Weihnachtsmärkte mit dem Wohnmobil: Eine Route durch fünf Städte
Veröffentlicht am 31. August 2026
Foto: Wikipedia — Christkindlesmarkt, Nürnberg (CC BY-SA)Foto: Wikipedia — Christkindelsmärik, Strasbourg (CC BY-SA)
Der Dezember ist der perfekte Monat, um das Wohnmobilleben mit Glühwein, Lebkuchen und Adventsstimmung zu verbinden. Diese Route verbindet fünf klassische Weihnachtsmarktstädte in Süddeutschland und im Elsass – Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber, Stuttgart, Straßburg und einen Abstecher nach Colmar – auf einer Strecke, die sich bequem in fünf bis sieben entspannten Tagen fahren lässt.
**Etappe 1: Nürnberg – die Hauptstadt der Weihnachtsmärkte**
Der Christkindlesmarkt in Nürnberg zählt zu den bekanntesten Deutschlands, mit Hunderten Holzständen rund um den Hauptmarkt und den typischen "Zwetschgenmännla"-Figuren aus Dörrpflaumen. Mit dem Wohnmobil fährt man besser nicht direkt in die Innenstadt – Parkplätze sind knapp und die Umweltzone verlangt eine grüne Plakette. Fahrt stattdessen zum Wohnmobilstellplatz Kleinreuther Weg, etwa zehn Minuten mit der Straßenbahn vom Hauptbahnhof entfernt, mit Strom- und Frischwasseranschluss. Eine Alternative ist der Campingplatz Knaus Nürnberg am Volkspark Dutzendteich mit regelmäßiger Busverbindung ins Zentrum. Plant mindestens einen ganzen Tag ein – Glühwein am Hauptmarkt, eine Nürnberger Bratwurst und Lebkuchen aus einer der alten Bäckereien in der Altstadt gehören einfach dazu.
**Etappe 2: Rothenburg ob der Tauber – Mittelalter im Kleinformat**
Von Nürnberg aus sind es nur anderthalb Stunden bis Rothenburg, eine der meistfotografierten Kleinstädte Deutschlands. Hier findet der Reiterlesmarkt innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer statt, mit Ständen, die sich über mehrere Plätze verteilen statt an einem Ort konzentriert zu sein – das verleiht ihm eine gemütlichere, weniger kommerzielle Atmosphäre als in den Großstädten. Wohnmobile werden auf den Parkplatz P4 "Am Mühlacker" direkt vor der Stadtmauer verwiesen, der auch als einfacher Stellplatz mit Entsorgungsmöglichkeit dient, oder zum etwas besser ausgestatteten Reichsstadt Camping Tauberidyll unten am Fluss, etwa 15 Gehminuten vom Klingentor entfernt. Nicht verpassen: der ganzjährig geöffnete Käthe-Wohlfahrt-Weihnachtsladen und der Blick von der Stadtmauer in der Dämmerung, wenn die Laternen angehen.
**Etappe 3: Stuttgart – Süddeutschlands größter Weihnachtsmarkt**
Weiter geht es rund zweieinhalb Stunden südwärts nach Stuttgart, wo sich der Weihnachtsmarkt vom Schlossplatz über den Marktplatz bis zum Karlsplatz mit etwa 280 Ständen erstreckt. Die Auswahl an regionalen Spezialitäten ist groß – probiert Maultaschen, Glühwein aus Trollinger-Trauben und die bunten handbemalten Christbaumkugeln lokaler Kunsthandwerker. Der Stellplatz Stuttgart am Wasenareal, nahe dem Cannstatter Wasen, liegt etwa drei Kilometer vom Zentrum entfernt mit guter S-Bahn- und Busanbindung und bietet auch im Winter Plätze mit Strom. Wer es ruhiger mag, findet auf dem Campingplatz Stuttgart am Neckar in Mühlhausen mehr Ruhe, muss aber mit Bus oder Auto zum Markt fahren.
**Etappe 4: Straßburg – die Hauptstadt der Weihnacht**
Von Stuttgart sind es etwa zwei Stunden nach Straßburg im Elsass, das sich selbst "Capitale de Noël" nennt. Der Marché de Noël verteilt sich auf elf Standorte in der historischen Altstadt, mit dem riesigen Weihnachtsbaum auf der Place Kléber als Blickfang. Die Fachwerkhäuser von Petite France wirken im Dezemberlicht besonders zauberhaft. Hier sollte man den Stellplatz unbedingt vorab buchen, da der Andrang im Dezember groß ist – die Aire de camping-car de la Montagne Verte, etwa 20 Gehminuten oder eine kurze Busfahrt vom Zentrum entfernt, ist am beliebtesten und füllt sich schnell, während der benachbarte Camping de Strasbourg mehr Komfort wie Strom und Duschen für einen längeren Aufenthalt bietet.
**Etappe 5: Colmar – ein süßer Abstecher**
Wenn die Zeit reicht, lohnt sich ein Tag in Colmar, etwa 45 Minuten südlich von Straßburg. Die kleine Stadt mit ihren Kanälen und Fachwerkhäusern hat mehrere Weihnachtsmärkte, verteilt auf verschiedene Viertel, unter anderem an der Place des Dominicains und entlang der Petite Venise. Der Stellplatz beim Camping de l'Ill liegt in Gehdistanz zum Zentrum und hat meist auch in der Hochsaison noch Platz, eine Reservierung ein paar Tage vorher ist aber empfehlenswert.
**Praktische Tipps für die Route**
Fahrt zwischen den Städten möglichst früh morgens, um Warteschlangen an den Stellplätzen zu vermeiden, die im Dezember oft schon mittags voll sind. Viele deutsche und französische Stellplätze schalten bei Minustemperaturen die Wasserversorgung ab, also den Frischwassertank vorher auffüllen, wenn möglich. Packt warme Kleidung, rutschfeste Schuhe und am besten eine Ersatzgasflasche ein – nachts kann es empfindlich kalt werden. In der RoadTide-App lassen sich Stellplätze nach Winteröffnung, Strom und Entfernung zum Zentrum filtern, was hilft, die begehrtesten Plätze rechtzeitig vor dem Advent zu buchen. Die gesamte Route von rund 400 Kilometern lässt sich entspannt mit zwei bis drei Nächten pro Stadt fahren und belohnt mit fünf völlig unterschiedlichen Weihnachtsmarkt-Erlebnissen auf einer einzigen Reise.